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Die 3 Nervensystem-Zustände, die jede Führungskraft in der Neuroleadership erkennen muss

Nov 26, 2025

 

 

“Du kannst nicht effektiv führen, wenn du das Nervensystem des Raumes nicht lesen kannst.” Diese Erkenntnis bildet das Fundament moderner Führungsarbeit und zeigt, warum Neuroleadership heute wichtiger ist denn je. Als Führungskraft stehst du täglich vor der Herausforderung, nicht nur deine eigenen Reaktionen zu verstehen, sondern auch die deines Teams zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

Die Nervous System States beeinflussen jeden Aspekt unserer Führungsarbeit – von der Art, wie wir Entscheidungen treffen, bis hin zu unserer Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen und Innovation zu fördern. Moderne Neuroleadership basiert auf dem Verständnis des autonomen Nervensystems und bietet uns wissenschaftlich fundierte Werkzeuge, um sowohl unsere eigene Führungseffektivität als auch die Leistung unserer Teams zu steigern.

In diesem Artikel erfährst du, wie die drei grundlegenden Nervensystem-Zustände deine Führungsarbeit beeinflussen und wie du sie gezielt für bessere Ergebnisse nutzen kannst. Du lernst praktische Strategien kennen, um diese Zustände bei dir selbst und deinem Team zu erkennen und erfolgreich zu navigieren.

Warum Nervensystemzustände für Führungskräfte entscheidend sind

Die Polyvagal Theory, entwickelt von Dr. Stephen Porges, revolutioniert unser Verständnis davon, wie Menschen in verschiedenen Situationen reagieren. Diese Theorie erklärt, wie unser Nervensystem auf Stress und Sicherheit reagiert und warum manche Teams unter Druck aufblühen, während andere zusammenbrechen.

Führungskräfte müssen die verschiedenen Nervous System States bei sich und anderen erkennen, um angemessen reagieren zu können. Jeder der drei Zustände bringt spezifische Verhaltensweisen, Denkprozesse und Reaktionsmuster mit sich, die direkten Einfluss auf die Teamdynamik und die Arbeitsleistung haben.

Die Neuroleadership verbindet neurowissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Führungsarbeit und ermöglicht es dir, deine Teams auf einer tieferen Ebene zu verstehen. Wenn du lernst, die Signale des Nervensystems zu lesen, kannst du proaktiv Umgebungen schaffen, die Höchstleistungen fördern und gleichzeitig das Wohlbefinden aller Beteiligten sicherstellen.

Die Grundlagen der Polyvagal Theorie für Führungskräfte

Stephen Porges entwickelte die Polyvagal Theory als Grundlage für zwischenmenschliche Verbindungen und soziale Interaktionen. Diese Theorie identifiziert drei hierarchische Systeme in unserem autonomen Nervensystem, die evolutionär entstanden sind und unser Verhalten in verschiedenen Situationen steuern.

Das Verständnis dieser Systeme ist für Leadership Neuroscience von zentraler Bedeutung, da es erklärt, warum Menschen unter bestimmten Umständen bestimmte Verhaltensweisen zeigen. Führungskräfte können die Polyvagal Theory nutzen, um ihre Teams besser zu verstehen und Arbeitsumgebungen zu schaffen, die die natürlichen Stärken jedes Nervensystem-Zustands fördern.

Die drei Zustände funktionieren wie ein integriertes System, das ständig unsere Umgebung nach Sicherheits- und Bedrohungssignalen scannt. Als Führungskraft wirst du zum “emotionalen Anker” für dein Team, und dein eigener Nervensystem-Zustand beeinflusst direkt die Zustände deiner Mitarbeiter.

Der Ventrale Vagus-Zustand: Verbindung und Kreativität

Der ventrale Vagus-Zustand repräsentiert den optimalen Zustand für Führungsarbeit und Teamleistung. In diesem Zustand sind Menschen ruhig, verbunden und in der Lage, ihr volles kreatives und intellektuelles Potenzial zu entfalten. Teams, die sich überwiegend in diesem Zustand befinden, zeigen außergewöhnliche Leistungen in Innovation, Problemlösung und Zusammenarbeit.

Wenn du dich im ventralen Vagus-Zustand befindest, strahlst du eine natürliche Ruhe und Präsenz aus, die andere anzieht und beruhigt. Deine Kommunikation wird klarer, deine Entscheidungen durchdachter und deine Fähigkeit, Vertrauen aufzubauen, verstärkt sich erheblich. In diesem Zustand entstehen die besten Ideen, die kreativsten Lösungen und die stärksten Teamverbindungen.

Die Merkmale des ventralen Vagus-Zustands in der Führungsarbeit umfassen erhöhte Empathie, verbesserte Zuhörfähigkeiten und die natürliche Tendenz, psychologische Sicherheit zu schaffen. Mitarbeiter fühlen sich in der Nähe von Führungskräften in diesem Zustand sicher, gehört und wertgeschätzt. Dies führt zu höherer Motivation, besserer Leistung und stärkerer Bindung an das Unternehmen.

Um diesen Zustand zu kultivieren, ist es wichtig, regelmäßige Praktiken zu entwickeln, die das soziale Engagement fördern. Dazu gehören bewusste Atemtechniken, achtsame Kommunikation und die Schaffung von Momenten echter menschlicher Verbindung im Arbeitsalltag. Führungskräfte, die lernen, bewusst in diesem Zustand zu operieren, berichten von deutlich verbesserten Beziehungen zu ihren Teams und nachhaltig besseren Geschäftsergebnissen.

Der Sympathische Zustand: Kampf, Flucht und Mobilisierung

Der sympathische Nervensystem-Zustand aktiviert sich, wenn unser System Bedrohungen oder Herausforderungen wahrnimmt. In der Führungsarbeit äußert sich dieser Zustand oft durch erhöhte Reaktivität, Ungeduld und die Tendenz zu schnellen, manchmal unüberlegten Entscheidungen. Während dieser Zustand in akuten Situationen durchaus nützlich sein kann, wird er problematisch, wenn er zum Dauerzustand wird.

Führungskräfte im sympathischen Zustand neigen zu Mikromanagement, defensivem Verhalten und der Schaffung stressiger Arbeitsumgebungen. Sie können aggressiv, vermeidend oder perfektionistisch werden, was sich negativ auf die Teamdynamik auswirkt. Mitarbeiter spüren diese Energie und reagieren oft mit eigener Aktivierung, was zu einem Teufelskreis aus Stress und Reaktivität führt.

Die Herausforderung liegt darin, zu erkennen, wann du dich in diesem Zustand befindest, und bewusste Schritte zu unternehmen, um dich zu regulieren. Anzeichen für sympathische Aktivierung sind beschleunigter Herzschlag, flache Atmung, Anspannung in Schultern und Kiefer sowie das Gefühl, ständig “unter Strom” zu stehen. In diesem Zustand ist deine Fähigkeit zur kreativen Problemlösung eingeschränkt, und du neigst zu schwarz-weiß-Denken.

Dennoch hat der sympathische Zustand auch seine Berechtigung in der Führungsarbeit. Er kann nützlich sein, wenn schnelle Entscheidungen gefragt sind, Deadlines eingehalten werden müssen oder in Krisensituationen gehandelt werden muss. Der Schlüssel liegt darin, diesen Zustand bewusst zu nutzen und dann wieder in den ventralen Vagus-Zustand zurückzukehren, anstatt dauerhaft aktiviert zu bleiben.

Der Dorsale Vagus-Zustand: Rückzug und Erstarrung

Der Dorsal Vagus Nerve und seine Auswirkungen auf Teams

Der dorsale Vagus-Zustand ist der evolutionär älteste Überlebensmechanismus und tritt auf, wenn das System überwältigt ist und sich “abschaltet”. In der Führungsarbeit manifestiert sich dieser Zustand durch emotionalen Rückzug, Desengagement und das Gefühl der Hoffnungslosigkeit oder Erschöpfung. Führungskräfte in diesem Zustand wirken oft distanziert, unnahbar und energielos.

Dieser Zustand ist besonders gefährlich für Teams, da er sich schnell ausbreiten kann. Wenn eine Führungskraft sich im dorsalen Vagus-Zustand befindet, verliert das Team oft seine Richtung und Motivation. Mitarbeiter können sich vernachlässigt, ungehört oder unwichtig fühlen, was zu sinkender Produktivität und steigender Fluktuation führt.

Die Anzeichen für den dorsalen Vagus-Zustand umfassen extreme Müdigkeit, emotionale Taubheit, Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung und das Gefühl, “nicht da” zu sein. Führungskräfte in diesem Zustand vermeiden oft Konflikte, ziehen sich aus wichtigen Gesprächen zurück und haben Schwierigkeiten, ihre Teams zu inspirieren oder zu motivieren.

Der Weg aus diesem Zustand erfordert oft professionelle Unterstützung und systematische Selbstfürsorge. Es ist wichtig zu verstehen, dass der dorsale Vagus-Zustand nicht durch Willenskraft allein überwunden werden kann – er erfordert gezielte Interventionen, die das Nervensystem sanft wieder aktivieren und in Richtung sozialer Verbindung lenken.

Leadership Neuroscience: Wissenschaftliche Erkenntnisse für die Praxis

Die moderne Neurowissenschaft bietet uns präzise Werkzeuge, um die Auswirkungen verschiedener Nervensystem-Zustände auf Führungsverhalten und Teamleistung zu verstehen. Studien zeigen, dass Führungskräfte, die ihre eigenen Nervensystem-Zustände regulieren können, nicht nur bessere Entscheidungen treffen, sondern auch positive Veränderungen in den Gehirnmustern ihrer Teammitglieder bewirken.

Die Prinzipien der Neuroleadership helfen dabei, Teams effektiver zu führen, indem sie wissenschaftlich fundierte Strategien für Stressmanagement, Kommunikation und Entscheidungsfindung bereitstellen. Diese Erkenntnisse zeigen, dass Führung nicht nur eine Frage von Fähigkeiten oder Persönlichkeit ist, sondern auch eine Frage der neurologischen Regulation und des Bewusstseins für die eigenen körperlichen und emotionalen Zustände.

Forschungen in der Polyvagal Therapy haben gezeigt, dass die Fähigkeit zur Co-Regulation – der gegenseitigen Beeinflussung von Nervensystem-Zuständen zwischen Menschen – ein entscheidender Faktor für erfolgreiche Führung ist. Führungskräfte, die lernen, ihre eigenen Zustände zu regulieren, können ihre Teams dabei unterstützen, ebenfalls in optimalen Zuständen zu operieren.

Praktische Navigation der Nervensystem-Zustände in der Führung

Selbstregulation als Führungskompetenz

Die Fähigkeit zur Selbstregulation ist vielleicht die wichtigste Kompetenz für moderne Führungskräfte. Sie beginnt mit der Entwicklung von Körperbewusstsein – der Fähigkeit, die frühen Anzeichen von Nervensystem-Aktivierung zu erkennen, bevor sie zu problematischen Verhaltensweisen führen.

Atemtechniken sind eines der mächtigsten Werkzeuge für die Nervensystem-Regulation. Langsame, tiefe Atmung aktiviert den Vagusnerv und hilft dabei, vom sympathischen in den ventralen Vagus-Zustand zu wechseln. Eine einfache Technik ist die 4-7-8-Atmung: vier Sekunden einatmen, sieben Sekunden halten, acht Sekunden ausatmen.

Körperbasierte Praktiken wie progressive Muskelentspannung, achtsame Bewegung oder einfache Dehnübungen können helfen, Spannungen zu lösen und das Nervensystem zu beruhigen. Viele erfolgreiche Führungskräfte integrieren diese Praktiken in ihren Arbeitsalltag, indem sie regelmäßige “Reset-Pausen” einlegen.

Team-Co-Regulation und Umgebungsgestaltung

Als Führungskraft bist du nicht nur für deine eigene Regulation verantwortlich, sondern auch dafür, eine Umgebung zu schaffen, die die Regulation deines Teams unterstützt. Dies beginnt mit der bewussten Modellierung ruhiger, präsenter Führung, auch in stressigen Situationen.

Regelmäßige Team-Check-ins, bei denen nicht nur über Arbeitsinhalte, sondern auch über das Wohlbefinden gesprochen wird, können helfen, Nervensystem-Zustände im Team zu erkennen und anzusprechen. Einfache Fragen wie “Wie fühlst du dich gerade?” oder “Was brauchst du, um heute erfolgreich zu sein?” können wertvolle Einblicke geben.

Die physische Arbeitsumgebung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Natürliches Licht, Pflanzen, angenehme Temperaturen und die Möglichkeit für Bewegung und Rückzug können alle dazu beitragen, dass sich Menschen sicherer und entspannter fühlen. Auch die Gestaltung von Meetings – mit bewussten Pausen, Bewegungsmöglichkeiten und einer einladenden Atmosphäre – kann die Nervensystem-Zustände positiv beeinflussen.

Krisenmanagement mit Nervensystem-Bewusstsein

In Krisensituationen ist das Verständnis der Nervensystem-Zustände besonders wertvoll. Wenn Teams unter Stress stehen, ist es wichtig, zunächst für Sicherheit und Stabilität zu sorgen, bevor Problemlösungen angegangen werden. Dies bedeutet oft, bewusst zu verlangsamen, auch wenn der Druck hoch ist.

Klare, ruhige Kommunikation ist in Krisen entscheidend. Führungskräfte, die in der Lage sind, trotz äußerem Chaos einen ruhigen, ventralen Vagus-Zustand zu bewahren, können ihre Teams durch schwierige Zeiten führen und dabei sogar stärker werden. Dies erfordert Übung und oft auch die Unterstützung durch Coaches oder Mentoren.

Die Nachbereitung von Krisen ist ebenso wichtig wie das Management während der Krise selbst. Teams brauchen Zeit und Raum, um zu verarbeiten, was geschehen ist, und um ihre Nervensysteme wieder zu regulieren. Führungskräfte, die dies verstehen und entsprechende Unterstützung anbieten, bauen resilientere, loyalere Teams auf.

Langfristige Entwicklung und Integration

Die Entwicklung von Nervensystem-Bewusstsein ist ein kontinuierlicher Prozess, der Zeit, Geduld und Übung erfordert. Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu haben und sich selbst Mitgefühl zu zeigen, während du diese neuen Fähigkeiten entwickelst. Rückschläge sind normal und Teil des Lernprozesses.

Die Integration dieser Prinzipien in die Unternehmenskultur kann transformative Auswirkungen haben. Organisationen, die Nervensystem-Bewusstsein in ihre Führungsentwicklung, ihre Meetings und ihre täglichen Praktiken integrieren, berichten von höherer Mitarbeiterzufriedenheit, besserer Leistung und geringerer Fluktuation.

Die Investition in diese Art der Führungsentwicklung zahlt sich nicht nur in besseren Geschäftsergebnissen aus, sondern auch in nachhaltigeren, erfüllenderen Arbeitsbeziehungen und einer gesünderen Arbeitskultur insgesamt.

Fazit: Der Weg zu bewusster, neuroinformierter Führung

Das Verständnis und die bewusste Navigation der drei Nervensystem-Zustände revolutioniert die Art, wie wir führen und zusammenarbeiten. Indem du lernst, dein eigenes Nervensystem zu regulieren und die Zustände deines Teams zu erkennen, wirst du zu einer Führungskraft, die nicht nur Ergebnisse erzielt, sondern auch das Wohlbefinden und die Entwicklung aller Beteiligten fördert.

Die Reise zu neuroinformierter Führung ist ein kontinuierlicher Prozess des Lernens und Wachsens. Sie erfordert Mut, Selbstreflexion und die Bereitschaft, alte Führungsmuster zu hinterfragen und neue Wege zu erkunden. Doch die Belohnungen – für dich, dein Team und dein Unternehmen – sind die Investition mehr als wert.

Beginne heute damit, dein eigenes Nervensystem bewusster wahrzunehmen. Achte auf die Signale deines Körpers, experimentiere mit Regulationstechniken und beobachte, wie sich dies auf deine Führungseffektivität auswirkt. Der Weg zu bewusster, mitfühlender und effektiver Führung beginnt mit diesem ersten Schritt des Bewusstseins.

 

Über die Autorin

Xenia Matthies ist Wirtschaftspsychologin, systemische Beraterin und Vordenkerin an der Schnittstelle von Gesellschaft, Psychologie und Nervensystem. Mit ihren Frameworks NeuroSynergy®, B|New® und I.Z.E.N. macht sie mentale Gesundheit und Selbstführung für Einzelpersonen, Teams und Organisationen steuerbar.

Als eine der führenden Stimmen für Neuroinklusion und nachhaltiges Leadership berät sie C-Level-Führungskräfte und HR-Teams bei der Implementierung nervensystembasierter Infrastrukturen.

Kontakt:
LinkedIn: Xenia Matthies
E-Mail: [email protected]
Website: xeniamatthies.com


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